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Zum Wochenende und im speziellen zum Workshop „Brauchen wir ‘politische’ Gefangene?“

16. März 2011

Die „freie Diskussion“:

Die tatsächliche Veranstaltung lief anders als erwartet. Die Frage „Brauchen wir ‘politische’ Gefangene?“ sollte eine Provokation sein, eine Aufforderung zur Auseinandersetzung. Wir waren ja bei den von unserem libertären Bündnis vereinbarten Anti-Knast-Tagen. Ich rechnete mit unterschiedlichen Positionen zur Fragestellung, wollte aber nicht dirigieren, verzichtete auch auf ein Eingangsstatement. Freiheitliche Diskussion unter freiheitlich Engagierten! Dass dann das von mir angestrebte Thema fast überhaupt nicht aufgegriffen wurde, war für mich enttäuschend.  Weiterlesen …

Berlin war eine Reise wert

16. März 2011

– ein subjektiver Bericht von den Antiknasttagen

Vom 26.-28. November fanden in Berlin die jährlichen Antiknasttage statt. Wir fuhren zu viert aus Köln nach Berlin. Das Treffen fand im legendären Bethanien statt. Ich war gespannt. Bislang kannte ich das Bethanien ja nur aus dem Lied der Scherben: „Der Mariannenplatz war blau, so viel Bullen waren da……“ Naiv, wie wir waren, stolperten wir erstmal in das Hauptgebäude rein und waren entsetzt. Alles schien so schrecklich chic und versprühte „den Charme“ der sattsam bekannten Bürgerzentren. Der Pförtner verwies uns dann an ein Nebengebäude. Naja, dort kam uns dann alles schon wesentlich bekannter vor. Am Freitag Abend waren schätzungsweise achtzig Leute da. Am Abend gab es dann einen einzigen Workshop. Ein Genosse aus Berlin, der kurze Zeit im Knast war, berichtete über seine Erfahrungen. Leider war der Raum viel zu klein und so mußten viele auf dem Boden sitzen. Da ich gesundheitlich nicht mehr der Fitteste bin, mußte ich leider nach einer Viertelstunde aufgeben. Weiterlesen …

Eindrücke des Vorbereitungskreises der „Mit der Knastgesellschaft brechen“-Tage

4. Februar 2011

Zu aller erst wollen wir unsere Motivation diesen Text zu verfassen beschreiben. Wir haben uns einige Tage nach dem Wochenende zusammengesetzt, um unsere individuellen Eindrücke auszutauschen, über den Verlauf des Wochenendes zu diskutieren genauso und um noch ausstehenden Orga-Kram abzuschließen. Uns fiel auf, dass wir allesamt positiv überrascht waren, auf wie viel Interesse das Thema Knast und Knastgesellschaft gestoßen ist, was alleine schon an der Beteiligung so vieler Menschen zu sehen war. In der Vorbereitung waren wir voller Zweifel schon drauf und dran gewesen das ganze Wochenende abzusagen — nicht zuletzt auf Grund des nur schleppend und auch chaotisch voranschreitenden Vorbereitungsprozesses. Im Nachhinein freuen wir uns das nicht getan zu haben. Mit der Veröffentlichung dieses Texts wollen wir nun zu weiterführenden Diskussionen einladen. Zum einen natürlich im kleinen bekannten Kreis, zum anderen aber auch z.B. auf dem Wochenend-Blog mit Texten und Beiträgen zum Thema. So werden im Laufe der nächsten Zeit dort auch verschriftlichte Versionen der Vorträge und Diskussionsveranstaltungen des Wochenendes erscheinen. Diese können dann später auch gedruckt direkt in Knäste geschickt werden, was mit eine ausschlaggebende Idee hierfür war. Solltet ihr also Beiträge haben, die eurer Meinung nach auch auf den Blog sollen schickt sie an mitderknastgesellschaftbrechen@riseup.net – den pgp-key dazu gibt’s hier.
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Eine erste Einschätzung und Auswertung

2. Dezember 2010

Das Wochenende ist vorbei und wir sind sehr zufrieden über den Ablauf. Es waren sehr viele interessierte Leute da, es gab eine große Bereitschaft zur Diskussion und Auseinandersetzung mit dem Thema Knast und Einsperrung. Bei den einzelnen Vorträgen und Diskussion waren jeweils zwischen 40 und 60 Leute anwesend.

In den nächsten Tagen wird es von unserer Seite eine längere Auswertung geben. Auch wird es Zusammenfassungen der Vorträge und Diskussionen geben.

Wir danken allen die da waren; denjenigen, die gekocht haben – das Essen war durchgängig großartig; denjenigen, die uns bei der Vorbereitung und beim Aufräumen geholfen haben; denjenigen, die Vorträge gehalten haben und zum Teil dafür sehr weite Wege zurückgelegt haben.

Natürlich wollen wir nicht vergessen auf die diesjährige Silvester zum Knast-Demo zu verweisen, diesmal wird es am Nachmittag eine Kundgebung vor dem Abschiebeknast Grünau geben und am Abend wie gewohnt die Demo zum Knast in Moabit. Das Ganze unter dem Motto: „Von Grünau bis Moabit… Dynamischer Silvestertag gegen alle Arten von Knästen und eine Gesellschaft der Einsperrung und Ausgrenzung!„. Weitere Infos und den Aufruf gibt es in den nächsten Tagen unter: www.abc-berlin.net/von-gruenau-bis-moabit-silvester-zum-knast

Heute…

26. November 2010

…abend geht es los. Ab 18 Uhr wird seid ihr alle sehr herzlich eingeladen vorbeizukommen und mit uns das Wochenende zu gestalten.

Los geht es heute um 20 Uhr mit einen Vortrag über „Erfahrungen im Knast“. Die Ankündigung dafür: Eine Person, die im letzten Jahr für einige Wochen in einem Berliner Knast in Untersuchugnshaft sass wird darüber erzählen. Wie ist es unvorbereitet in den Knast zu kommen? Wie fühlen sich die ersten Tage an und die Isolation durch die Regelierung des Alltags? Wie wichtig ist Solidarität von draußen? Wie ist es nach der Entlassung sich wieder im Leben „draußen“ klarzukommen?

Das Programm für den morgigen Samstag wird eher flexibel gestaltet werden, also kommt vorbei und informiert euch, wann die Vorträge und Diskussionen stattfinden werden.

Auf ein produktives und spannendes Wochenende mit vielen Diskussionen, neuen Ideen und neuer Kraft für den Kampf gegen die bestehende Ordnung, für eine Gesellschaft ohne Unterdrückung und Ausbeutung! Knäste zu Baulücken!

Fünf Tage noch…

21. November 2010

Nur noch fünf Tage bis zum Anti-Knast-Wochenende und die Seite füllt sich mit weiteren Informationen über den Ablauf und die geplanten Vorträge und Diskussionen.
Auf der Unterseite «Workshoptexte» gibt es bereits ein paar Texte zur Einstimmung und Vorbereitung. Weitere werden in den nächsten Tagen folgen.

Wenn ihr Schlafplätze braucht, meldet euch unter unserer Mailadresse.

Mit der Knastgesellschaft brechen!Für die Filme und den Workshop für das Schreiben an Gefangene in der Tempest Anarchist Library gibt es einen eigenen Flyer.

Gezeigt werden die Filme «Cruel and Unusual» (Janet Baus – 2006), in englischer Sprache mit englischen Untertiteln, und «The Mark of Caïn» (Alix Lambert – 2000), in russischer Sprache mit englischen Untertiteln.

Beitrag zu den Antiknasttagen vom 26. bis 28. November 2010 in Berlin von Thomas Meyer-Falk

21. November 2010

Wann immer es um Infragestellung von Knästen geht, wird die Debatte schnell emotional. Exemplarisch möchte ich auf den spannenden Beitrag der „antifa gruppe 5 marburg“ (–> de.indymedia.org) von September dieses Jahres hinweisen. Unter dem Titel „Todesstrafe für Kinderschänder?“ positionierten sich die AutorInnen kritisch zu der Hetzkampagne von CDU, NPD und Co gegen entlassende Sicherungsverwahrte. Kurz nach dem Posting auf Indymedia meldete sich eine Anarchistin zu Wort, die der antifa-Gruppe eine, ich zitiere, „krasseste Verhöhnung (…) der Opfer“ vorwarf.

Eintreten für die Situation der Gefangenen, wie der Sicherungsverwahrten wird (bewusst, wie unbewusst) gleichgesetzt mit einer Solidarisierung mit den Taten, die begangen wurden, um so jegliche Diskussion über gesellschaftliche Alternativen nicht nur im Keim zu ersticken, sondern moralisch von Anfang an zu diskreditieren.

So genannte „Kriminalität“ hat vielfältige Ursachen; nicht ausschließlich aber auch gesellschaftliche Bedingungen führen zu dem, was gemeinhin „Straftat“ genannt wird. Wer hierauf hinweist, wie auch auf die desolate, hoffnungslose Lebenslage von Menschen hinter Gefängnismauern, marginalisiert keineswegs die Situation der Opfer.
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